Gloria Friedmann:
Hier + Jetzt

Gloria Friedmann: Hier + Jetzt (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2020)

Daten zum Werk

Gloria Friedmann: Hier + Jetzt (1997, Beton mit Fotografie, Stahlkübel mit Pflanzen)
Hanseatisches Oberlandesgericht, Sievekingplatz, 20355 Hamburg (Neustadt)

Beschreibung

Auf dem Sievekingplatz vor dem Justizforum steht seit 1997 Gloria Friedmanns Installation Hier + Jetzt, die als Mahnmal an die Opfer nationalsozialistischer Justiz in Hamburg erinnert. Zwischen 1933 und 1945 war die Justiz nicht so frei und unabhängig, wie sie sein soll. Vielmehr wurde von den Richtern und Staatsanwälten Unrecht gegen unliebsame Gruppen der Bevölkerung gesprochen, auch Todesurteile wurden verhängt, während andere Personen in Arbeits- und Vernichtungslager ausgeliefert wurden

Die freie Sicht auf das repräsentative Gebäude wird verstellt durch eine Mauer, die ein blau eingefärbtes Luftbild der Hansestadt aus den 1990ern zeigt. Davor sind 90 Eisenstelen unregelmäßig verteilt aufgestellt, die Töpfe mit den verschiedensten Pflanzen tragen. Diese unterschiedlichen Pflanzen symbolisieren die Verschiedenheit der Menschen, die in der Stadt leben, die Unterschiede der Kulturen, Religionen und Milieus. Trotz der Unterschiede ergibt sich ein stimmiges und harmonisches Bild. Zwischenzeitlich waren alle Töpfe einheitlich mit Stiefmütterchen bepflanzt worden und so die Idee des Mahnmals zerstört. Inzwischen ist die Vielfalt wieder hergestellt.

Text: jp

Künstler:in

Gloria Friedmann
Gloria Friedmann wurde 1950 in Kronach geboren. Seit 1977 ist die Autodidaktin in Richtung Frankreich orientiert und ist über den Film 1980 zur bildenden Kunst gekommen. In Paris hatte sie dann ihre erste Einzelausstellung als Bildhauerin im Musée National d´Art Moderne, Paris sowie eine Gruppenausstellung an der Xie Biennale de Paris. Seit 1982 lebt sie auch in Paris. Sie beschäftigt sich in ihren Skulpturen, Installationen, Videos und Fotografien mit dem Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt. 1987 war sie Teilnehmerin an der „documenta 8“ in Kassel und der „Blickachsen 9“ in Bad Homburg, um danach in jährlich Ausstellungen und Biennalen in Frankreich, Österreich, Spanien, Russland und Deutschland, hier u.a. in Hamburg zu präsentieren. Arrangements von Menschen, Tieren, Pflanzen und Alltagsgegenständen in städtischen Umgebungen in der Beziehung zwischen Natur und zeitgenössischer Kultur gehen als Metaphern in ihre Kunst ein. Gloria Friedmann lebt in Aignay-le-Duc und Paris.

Text: hws

Galerie

(Bilder anklicken für Großansicht)