HD Schrader: Relief

HD Schrader: Relief, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Fassadengestaltung von HD Schrader: Relief (Beton, 1973).
Amt für Informationstechnologie, Feldstraße 23, 24105 Kiel.

Beschreibung

Für den Sockelbereich eines sachlich gestalteten Gebäudes, das damals als Rechenzentrum für die Oberfinanzdirektion und das Landesbauamt genutzt wurde, entwarf Bildhauer HD Schrader ein 18 Meter langes und etwa 2,5 Meter hohes Relief, das dem Gebäudeverlauf folgt und rechtwinklig um eine Ecke führt. Dieses Relief hat eine starke grafische Wirkung, denn es bedient sich der geometrischen Formensprache und Anordnung. In mehreren Ebenen ist das Relief mit einer Vielzahl von rechtwinkligen Elementen rhythmisch gegliedert, so dass ein lebhafter Eindruck entsteht und bei Sonnenschein ein reiches Schattenspiel zu sehen ist. Ähnlichkeiten mit grobpixeligen Grafiken aus der Frühzeit der Computertechnik waren bei diesem Kunstwerk am Rechenzentrum sicher gewollt. Ursprünglich hatte das ganze Relief einen hellen Farbton, wurde jedoch bei der letzten Sanierung in den 2010er Jahren dunkelgrau gestrichen.

Künstler

HD Schrader (Hans-Dieter Schrader) wurde 1945 in Bad Klosterlausnitz in Thüringen geboren. Er studierte 1963–1965 am San Francisco Art Institute in den USA und 1965–1969 an der damaligen Werkkunstschule Hamburg konstruktives Gestalten bei Max Hermann Mahlmann. 1972 war er Mitbegründer der Künstlergruppe „IAFKG“ (International Workgroup for Constructive Art) in Antwerpen zu der u. a. die Künstler Ewerdt Hilgemann, Richard Paul Lohse, Marcello Morandini oder François Morellet gehörten. Gestartet mit einer Ausstellung zur Werkgruppe „Quadratreihungen“ in Bonn 1969 folgten Ausstellungen und Aufträge in Deutschland und weltweit. Seine visionären Vorstellungen, ausgehend vom zweidimensionalen Dreieck, Quadrat, Rechteck hin zu dreidimensionalen Körper gleich- oder verschiedenseitiger Würfel (Kuben) heben die Grenzen von Malerei und Grafik hin zur Plastik auf, stellen aber gleichzeitig im Inneren mathematisch gleichmäßige- und ungleichmäßige Konstrukte dar. Die signalrote Farbe seiner großdimensionalen Hohlkörper aus Stahl, bilden dabei einen aufmerksamkeitswirkenden Blickfang aber ausgeglichenen Kontrast zum Wechselspiel von Fläche und Raum im Spannungsfeld zum Idealkörper des Kubus dar. Seine Arbeiten werden der konstruktiv-konkreten Kunst zugerechnet. Er lebt und arbeitet in Hamburg und auf Eiderstedt. Weitere Informationen (extern): Website von HD Schrader

Galerie

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