Jan Koblasa:
Drei Stehende

Jan Koblasa: Drei Stehende (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Jan Koblasa: Drei Stehende (Bronze, 1980–81)
Museumsquartier St. Annen, St.-Annen-Straße 15, 23552 Lübeck

Beschreibung

Besucherinnen und Besucher des Museumsquartiers St. Annen passieren im Vorhof zum Haupteingang drei bronzene, unregelmäßig geformte Stelen, die dicht beieinander stehen. Das Ensemble wirkt wie ein dreiköpfige Gruppe, die einander im Gespräch zugewandt ist. Jan Koblasa reduziert die menschliche Figur jeweils bis auf ein Minimum, sodass nur die unterschiedlichen Haltungen angedeutet sind, während er Köpfe, Arme und Beine nicht ausgeformt hat. Geht man um die Gruppe herum, wirkt sie trotz der formalen Zurückhaltung sehr lebendig.

Ursprünglich ist die Skulptur aus dem Holz eines Ahornbaumes entstanden, wonach anschließend zusätzlich drei Bronzegüsse erstellt wurden. Der vorliegende Guss ist ein Geschenk des Kunstförderer Dr. Dietrich Schulz anlässlich der Eröffnung der Kunsthalle St. Annen.

Künstler/in

Jan Koblasa wurde am 5. Oktober 1932 im tschechischen Tabor geboren. Er studierte 1952–1958 an der Akademie der Bildenden Künste in Prag. Nach dem Scheitern des „Prager Frühlings“ 1968 floh er über Mailand nach Norddeutschland. An der Muthesius Kunsthochschule Kiel begründete er 1969 die Bildhauerklasse, die er bis 1998 leitete. 1995 war er Gast der Deutschen Akademie Villa Massimo, Rom. 2002–2005 war er Professor für Bildhauerei an der Prager Akademie der Bildenden Künste. In seiner Zeit als Professor war er Lehrmeister einer heute weithin bekannten Riege von überregional bekannten Bildhauern. Bekannt wurden die Arbeiten des Malers, Grafikers und vor allem Bildhauers durch seine teils monumentalen, archetypischen und auf religiöse wie politisch kritisch anspielenden Themen, insbesondere mit Holz-/Metall- und Steinskulpturen. Seit 1958 war er an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland beteiligt und nahm an internationalen Symposien und Reisen teil. 1989 erhielt er den Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft. Viele seiner Arbeiten befinden sich im öffentlichen Raum von Schleswig-Holstein sowie in privaten Sammlungen weltweit, darunter in mehr als 30 Museen und Sammlungen. Jan Koblasa starb am 3. Oktober 2017 in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

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Galerie

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