Jörg Plickat:
Eros und Psyche

Jörg Plickat: Eros und Psyche, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Jörg Plickat: Eros und Psyche (Hessischer Diabas, 1988–90, Höhe 76 cm)
Skulpturenpark Schloss Gottorf, Schlossinsel, 24837 Schleswig

Leihgabe des Künstlers

Beschreibung

Eigentlich soll laut griechischer Mythologie Liebesgott Eros dafür sorgen, dass sich die schöne Königstochter Psyche in einen hässlichen Mann verliebt und sich dadurch lächerlich macht. Doch dann verfällt Eros selbst der Schönen. Was dann passiert, zeigt der Bildhauer Jörg Plickat in seiner kubisch abstrakten Skulptur im Skulpturenpark Schloss Gottorf. Das Liebesspiel der beiden stellt er nicht zurückhaltend zärtlich dar, sondern in leidenschaftlicher Dynamik: Zwei liegende menschliche Figuren lassen sich erahnen. Im wilden Spiel der Formen wird die Kraft der Begegnung greifbar. Der schwere Stein scheint aufgewühlt wie ein tosendes Meer und wirkt dabei leicht und beweglich. Der bogenförmige Durchbruch unterstreicht diese Wirkung. Im Gegensatz zur expressiven Form ist die Oberfläche des Steins glatt poliert und hebt die feine Maserung des gründlich schimmernden Materials hervor. Dass es sich hierbei um ein Gestein handelt, das aus vulkanischen Eruptionen geboren wurde, kann als augenzwinkernde Pointe des Künstlers gesehen werden. 

Künstler/in

Jörg Plickat wurde 1954 in Hamburg geboren. Er studierte Bildhauerei an der Muthesius Kunsthochschule Kiel bei Jan Koblasa, Georg Weiland und Manfred Sihle-Wissel. Seine erste Ausstellung hatte er 1979 in der Werkstatt Maulwurf in Kiel. Er war auf zahlreichen europäischen Kunstmessen und auf über 250 Ausstellungen weltweit vertreten. Mehr als 60 überwiegend monumentale und raumgreifende Arbeiten befinden sich im öffentlichen Raum und in Kirchen im norddeutschen Raum sowie an vielen Orten im Ausland. 2011 war er als erster nichtchinesischer Lehrer an den hochrangigen Akademien in Peking und Hangzhou tätig. War in den 80er Jahren sein bevorzugtes Material noch Holz und später Naturstein bei überwiegend figürlichen Motiven, arbeitet er seit den 90er Jahren in seinen kubistisch reduzierten und dennoch menschlichen proportionalen Formen in Bronze und Corten-Stahl. 2012 erhielt er den Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft, eröffnete 2013 mit neun Skulpturen seinen eigenen Skulpturenpark „Koppel der Künste“ in Bredenbek und gewann 2015 mit dem Macquarie-Preis Australiens höchsten Preis für Bildhauerei. 2018 erhielt er den NordArt-Preis 2017. Jörg Plickat lebt und arbeitet in Bredenbek.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

(Bilder anklicken für Großansicht)