Richard Emil Kuöhl:
Portalplastiken

Richard Emil Kuöhl: Portalplastiken (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Richard Emil Kuöhl: Portalplastiken (1924, Klinkerkeramik)
Handelshof, Am Bahnhof 12-14, 23558 Lübeck

Beschreibung

Der Handelshof am Vorplatz zum Lübecker Hauptbahnhof wird 1924 von den Hamburger Architekten Christian Zauleck und Franz Hormann als Büro- und Geschäftshaus erbaut. Die reich gegliederte und verzierte Fassade im Stil des Klinkerexpressionismus der 1920er Jahre weist Ähnlichkeiten mit den Bauten des Hamburger Kontorhausviertels auf. Zwei Plastiken aus Klinkerkeramik von Richard Emil Kuöhl schmücken den Haupteingang wie zwei antike Tempelfiguren. Auf kleinen Vorsprüngen hocken zwei leicht stilisierte Panther und strecken ihre Körper weit in den Raum, während jeweils ein kleiner Knabe auf ihren Rücken sitzt.

Künstler/in

Richard Emil Kuöhl wurde am 31. Mai 1880 in Meißen geboren. Nach einer Ausbildung als Kunsttöpfer studierte er ab 1902 an der Dresdner Kunstgewerbeschule beim Bildhauer Karl Groß. Später folgte er seinem Lehrer aus Dresden Fritz Schumacher nach Hamburg, der u.a. für seine Backsteinbauten bekannt geworden ist, die Kuöhl dann in den folgenden Jahren mit Skulpturen ergänzend bestückte. Diese setzte er in Stein, Keramik und Terrakotta für Gebäude u.a. in Bad Oldesloe, Flensburg, Lübeck oder Hamburg sowie in Kunstobjekten auf Grabanlagen des Ohlsdorfer Friedhofs um. Er war Mitglied im Hamburger Kunstverein und 1919–1932 Mitglied der Hamburger Sezession, deren Jahresausstellung 1933 von den Nationalsozialisten zwangsgeschlossen wurde. Auch nach der Machtübernahme der NSDAP diente er den staatlichen Institutionen als Auftragnehmer wie beispielsweise mit dem Kriegerdenkmal in Hamburg, dem dann in den 1980er Jahren das Gegendenkmal des österreichischen Bildhauers Alfred Hrdlicka gegenübergestellt wurde. Er starb am 19. Mai 1961 in Rohlfshagen bei Bad Oldesloe.

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Galerie

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