Richard Luksch:
Die Kunst – weiblich

Richard Luksch: Die Kunst - weiblich (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2020)

Daten zum Werk

Richard Luksch: Die Kunst - weiblich (1912–13, Steinzeug)
HFBK, Lerchenfeld 2, 22081 Hamburg (Uhlenhorst)

Beschreibung

An der roten Backsteinfassade hängen an zwei einander gegenüberliegenden Wänden große Reliefs aus hell glasiertem Steinzeug. Umgeben von üppigen Ornamenten, sind dort ein männlicher und ein weiblicher Akt zu sehen. Beide Figuren stehen aufrecht und haben die Hände erhoben. Zur Entstehungszeit zwischen der Jahrhundertwende und dem ersten Weltkrieg hatte der Körperkult eine Blütezeit. Viele Menschen lösten sich von den starren Regeln früherer Zeiten und entdeckten ein neues Körpergefühl. Die Schönheit des Körpers wurde zu dieser Zeit in vielen Kunstwerken gefeiert.

Die heutige Hochschule für Bildende Künste erhielt zwischen 1911 und 1913 als Hamburger Kunst- und Gewerbeschule ein neues repräsentatives Gebäude am Lerchenfeld. Verantwortlich für den Bau des markanten Backsteinbaus war Fritz Schumacher. Richard Lucksch war zu dieser Zeit als Professor für Entwurf und Bildhauerei dort tätig. Er fertigte verschiedene naturalistische und ornamentale Arbeiten für die Fassaden und die Innenräume.

Text: jp

Künstler:in

Richard Luksch
Richard Luksch wurde am 23. Januar 1872 in Wien geboren. Nach seiner Schulzeit studierte er ab 1894 an der Akademie der Bildenden Künste in München und fokussierte sich in dieser Zeit auf das Zeichnen und dann später auf die Malerei und die Bildhauerei. 1900 zog er dann zurück nach Wien, wo er 1904 in die Wiener Session eintrat, mit der er mehrfach zusammen ausstellte. In dieser Zeit schuf er Arbeiten u.a. für die Wiener Werkstätten (Ausstattung Palais Stoclet zusammen mit Carl Otto Czeschka) und erhielt öffentliche Aufträge u.a. für Prag, Brüssel, Augsburg und Darmstadt. 1905 verließ er die Wiener Secession und wurde 1907 an die Hamburger Kunst und Gewerbeschule berufen, wo er ab 1910 als Professor für Entwurf und Bildhauerei lehrte. Der dem Jugendstil verbundene Künstler war u.a. Lehrer von Hans Martin Ruwoldt, Alwin Blaue, Martin Irwahn und Karl August Orth. Er war Mitglied des deutschen Künstlerbundes. 1920–1934 wirkte er intensiv bei den Künstlerfesten mit, aufgrund dessen er wegen NS-kritischer Aktivitäten vorzeitig aus dem Staatsdienst entlassen wurde. Richard Luksch starb am 21. April 1936 in Hamburg und wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf begraben.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Text: hws

Galerie

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