Sergio de Castro:
Bleiglasfenster in Dulsberg

Sergio de Castro: Bleiglasfenster (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2021)

Daten zum Werk

Sergio de Castro: Bleiglasfenster (1969)
Ehem. Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Dulsberg-Süd 26, 22049 Hamburg (Dulsberg)

Beschreibung

Die ehemalige Dietrich-Bonhoeffer-Kirche Dulsberg wurde bis 1969 unter Leitung des Architekten Gerhart Laage erbaut. Für die Gestaltung der Bleiglasfenster wurde der internantional renommierte Künstler Sergio de Castro beauftragt, der damals in Paris lebte. Die Ausführung übernahm die Pariser Werkstatt J. J. K. Ray. Die leuchtkräftigen Fenster in intensiven Farben erstrecken sich über die gesamte Südwand oberhalb des Kirchenraumes. Durch die seitliche und erhöhte Anordnung der Fenster dominieren sie nicht den Raum, beleben ihn aber durch das farbige Licht. Verteilt über mehrere Fensterfelder, erstellte der Künstler in abstrahierter Bildsprache Motive und Assoziationen zu den den großen Festen der Christenheit: Karfreitag, Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten und Weihnachten. Beim genauen Hinsehen lassen sich mehrere Inschriften als biblische Zitate entziffern: „Wir gingen alle in die Irre wie Schafe. Ein jeglicher sah seinen Weg. Aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn.“ (Jesaja, 53, 6.) / „Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten.“ (1. Korinther, 15, 20) / „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“ (Lukas 2, 14).

Die Kirche wurde 2005 geschlossen und wird seit 2015 von der Chinesischen Christlichen Gemeinde Hamburg genutzt.

Text: jp

Person

Sergio de Castro
Sergio de Castro wurde am 15. September 1922 in Buenos Aires, Argentinien geboren. Seine Eltern waren spanischer Abstammung, sein Vater war Diplomat. Seine Kindheit vertrachte er daher bis 1932 in der französischsprachigen Schweiz. 1933-42 besuchte er eine Jesuitenschule ein Montevideo und begann dort Musik und Architektur zu studieren. 1941-49 studierte er bei Joaquín Torres García in Buenos Aires und war dort 1945-46 Assistent bei Manuel de Falla. 1949 zog er nach Paris, wo er bis zu seinem Tod lebte. Seit 1951 war er als freischaffender Maler tätig. 1959 war er Teilnehmer der documenta 2 in Kassel. 1960 wurde er mit dem Hallmark-Preis in New York ausgezeichnet. 1979 wurde er französischer Staatsbürger und zum Chevalier ernannt, 1997 zum Officier des Ordre des Arts et des Lettres. 1980 zeigte er seine Arbeiten im argentinischen Pavillon der Biennale von Venedig. Von 1981 bis 1986 war er Gastprofessor an der Universität Straßburg. Er schuf zahlreiche monumentale Gemälde, Wandmalereien und Fenstergestaltungen und gilt als einer der bedeutenden Vertreter der Abstrakten Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg. Sergio de Castro starb am 31. Dezember 2012 in Paris.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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