Barbara Haeger:
Weiblicher Engel

Barbara Haeger: Weiblicher Engel, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2018)

Daten zum Werk

Barbara Haeger: Weiblicher Engel
(1960, Bronze, aufgestellt 1972)
Mahnmal St. Nikolai, Willy-Brandt-Straße 60, 20457 Hamburg (Hamburg-Altstadt)

Beschreibung

An der Ruine der Kirche St. Nikolai steht in einer Außennische des Chorraums die Plastik eines weiblichen Engels, geschaffen von der Bildhauerin Barbara Haeger. Dieser Engel ist allerdings keine strahlende Lichtgestalt, sondern eine gebrochene Figur mit durchlöcherten Flügeln. Im Gegensatz zu früheren, in den 1950er Jahren entstandenen figürlichen Arbeiten der Künstlerin, zeigt der „Weibliche Engel“ bereits die deutlich abstrahierte Formensprache, die sie in späteren Arbeiten weiter verfolgte. Der Standort, die Kirchenruine im Zentrum Hamburgs, spiegelt die gebrochene Gestalt der Figur.

 

Künstler/in

Barbara Haeger wurde 1919 in Loslau (Schlesien), heute Wodzisław Śląski, Polen geboren. Sie studierte Bildhauerei 1938–1939 an der Städelschule in Frankfurt am Main, 1939–1941 an der Akademie Dresden, 1941–1943 an der Akademie Berlin und 1948–1949 an der Landeskunstschule Hamburg (bei Edwin Scharff). Danach hatte sie abwechselnd Ateliers in verschiedensten Städten: 1953 in Hamburg, ab 1965 in Paris, ab 1970 in New York und ab 1980 wieder in Hamburg. Sie stellte u. a. in Hamburg, München, Paris, London, New York, Mexiko, Santa Cruz und Dar es Salaam aus und gab in verschiedenen Ländern Workshops zur Bildhauerei. Unter dem Titel „Zerstörung der Form“ machte sie mit ihren Bronzefiguren die Zerstörung der Menschengestalt und Menschenwürde zu ihrem künstlerischen Thema nach den Weltkriegen. Und auch deshalb vermied sie eine Positionierung ihrer Arbeiten vor der Architektur des Wiederaufbaus den Symbolen einer sich wieder aufstrebend entwickelnden Gesellschaft. Barbara Haeger beschäftigte sich auch als engagierte Schriftstellerin und als Schmuckgestalterin. Sie starb im Juni 2004 in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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