Gerhard Marcks:
St. Georg mit dem Drachen

Gerhard Marcks: St. Georg mit dem Drachen (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2021)

Daten zum Werk

Gerhard Marcks: St. Georg mit dem Drachen (1958, Bronze)
Hl. Dreieinigkeitskirche, St. Georgs Kirchhof, 20099 Hamburg (St. Georg)

Beschreibung

Der Heilige Georg ist der Namenspatron des ganzen Stadtteils St. Georg. Auch die Dreieinigkeitskirche wird im Alltag oft als St. Georg Kirche bezeichnet. Die passende Skulptur steuerte Gerhard Marcks bei: eine Darstellung des berittenen St. Georg im Kampf gegen den Drachen. Die Geschichte ist ein wiederkehrendes Motiv in der Kunst, da es den ewigen Kampf des Guten gegen das Böse zum Thema hat. Die Figurengruppe aus Pferd, Reiter und Drache ist auf die seitliche Hauptansicht hin konzipiert, doch die Dynamik des Kampfes zeigt sich sehr stark auch beim Herumgehen. Die lebhaft gewundenen Körper mit ihren sich kreuzenden Linien erinnern an die Dramatik mancher barocker oder auch antiker Skulpturen, doch verbindet der Künstler sie mit einer modernen Strenge und Klarheit in der Gestaltung der Figuren. Das Pferd hat den Oberkörper angehoben und blickt zum Drachen, scheint ihn fast zertreten zu wollen. Dieser wiederum steht in umgekehrter Richtung, reckt den Hals wehrhaft nach oben und beißt in die Lanze. Auch Georg hat seinen Oberkörper entgegen der Sitzposition weit nach rechts eingedreht und sticht mit der langen Lanze auf den Körper des Drachen ein. Der naturgetreue Eindruck wird hier zurückgenommen zugunsten einer stärker formalisierten Zuspitzung. Die Plastik steht auf einem hohen Postament auf dem Vorplatz der Kirche, sodass man als Betrachter das Geschehen aus leichter Untersicht betrachtet, statt mitten im Geschehen zu sein.

Text: jp

Person

Gerhard Marcks
Gerhard Marcks wurde am 18. Februar 1889 in Berlin geboren. Nach dem Abitur wandte er sich ab 1907 als Autodidakt der Bildhauerei zu. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er 1918 an die Kunstgewerbeschule in Berlin berufen und 1919 an das Staatliche Bauhaus in Weimar. Nach der Auflösung des Weimarer Bauhauses folgte 1925 die Berufung an die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle/Saale, deren stellvertretender Leiter er 1930 wurde. Unter den neuen Machthabern wurde er 1933 aus dem Lehramt entlassen und erhielt ab 1937 Ausstellungsverbot. Im Krieg wurde 1943 sein Atelier in Berlin vernichtet. 1945 erfolgte die Berufung an die Kunsthochschule in Hamburg. Ab 1950 war er in Köln als freier Bildhauer und Grafiker tätig. Zahlreiche Reisen ab 1925 führten ihn u.a. nach Italien, Griechenland, Spanien, aber auch in die USA und nach Mexiko. Ebenso pflegte er Freundschaften zu einer größeren Zahl renommierter Künstler. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 1928 den Preis der Villa Romana, 1949 die die Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main und 1952 den Orden Pour le mérite. Wiederholt war er Teilnehmer der Biennale in Venedig und der documenta in Kassel. Im Laufe seines künstlerischen Lebens nahm er zahlreiche Impulse verschiedener Kunstrichtungen auf und vereinte in seinen Werken die Gegensätze. Werke finden sich im öffentlichen Raum sowie in Galerien und Museen verschiedener Länder. 1971 wurde das Gerhard-Marcks-Haus in Bremen eröffnet, das heute seinen künstlerischen Nachlass verwaltet. Gerhard Marcks starb am 13. November 1981 in Burgbrohl/Eifel und wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg bestattet.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Text: jp

Galerie

(Bilder anklicken für Großansicht)