Johannes Beeck:
Buntglasfenster St. Nikolaus

Johannes Beeck: Buntglasfenster St. Nikolaus (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Johannes Beeck: Buntglasfenster St. Nikolaus (1966/67)
Kath. Kirche St. Nikolaus, Pfarrei Franz von Assisi, Rathausstraße 5, 24103 Kiel

Beschreibung

Die Kirche St. Nikolaus wurde 1891/92 vom Dombaumeister Güldenpfennig aus Paderborn erbaut. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde sie notdürftig repariert, im Jahr 1967 erfolgte eine umfangreiche Renovierung nach Plänen des Kieler Architekten Otto Schnittger. Im Zuge der Neugestaltung wurde auch die abstrakte Glasmalerei von Johannes Beeck an zahlreichen Fenstern der Kirche installiert, die von der Glasmalerei Gossel aus Frankfurt am Main realisiert wurde. Echt-Antikgläser und Opal-Überfanggläser wurden mit Kontur und Überzug und Mattweißfarbe bearbeitet. Nachdem Einbrennen der Farben  wurden die Gläser in verschiedenen Bleistärken verbleit und mit feuerverzinktem Stahl gegen Winddruck ausgestattet.

Alle Fenster zeigen abstrakte Farbkompositionen, in denen größere, einfarbige Farbflächen sich mit kleinen Farbpunkten in engmaschigen Rasternetzen abwechseln. Bei den großen Fenstern im Chorraum nimmt die Farbigkeit von unten nach oben hin ab. Ähnlich sieht es bei den kleineren Fenster an den Seitenwänden aus: Auch hier sind die unteren Fenster in kräftigen Farben gestaltet, während die obere Fensterreihe heller mit wenigen farbigen Akzenten ist. Auf symbolische und erzählerische Elemente wurde bewusst verzichtet, da die Fenster hier vor allem als Fortsetzung der Architektur gesehen wurden.

Insgesamt umfasst die Verglasung 22 Fenster: fünf zweibahnige Spitzbogenfenster im Chor, zwei schmale Spitzbogenfenster in den Seitenkapellen, sechs dreibahnige Spitzbogenfenster in den Seitenschiffen, sieben dreibahnige Obergadenfenster mit Spitzbogen sowie zwei schmale hochrechteckige Fenster unter der Orgelempore.

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Künstler/in

Johannes Beeck wurde am 13. April 1927 in Mönchengladbach geboren. Nach Lehre, Fachhochschulreife, Militärdienst und Gefangenschaft, erlernt er, mangels Möglichkeiten für ein Studium, ab 1949 Glasmalerei und Mosaiktechniken im privaten Unterrichten bei Anton Wendling an der Technischen Hochschule in Aachen. Daran schloss sich 1952–1954 eine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Krefeld an, bevor er 1955–1957 am Gymnasium in Geilenkirchen Kunst unterrichtete und sich mit neuen Aufträgen für Kirchenfenster selbstständig machte. Während er 1953–1972 primär Kirchenfenster mit figürlichen und ornamentalen Motiven in Glas entwarf, veränderte sich dies hernach in eher abstrakte Themen, wobei er seine Technik in Verbindung mit Architektur als Malen mit Glas bezeichnete. Seit 1953 standen dabei Städte im Rheinland, Norddeutschland aber auch Hessen bis 2005 mit einer großen Zahl von eigene Kompositionen im Umfeld der Architektur im Fokus. 1992 verlieh man ihm das Bundesverdienstkreuz. Seine Arbeiten wurden in Ausstellungen in Deutschland, mitteleuropäischen Hauptstädten, aber auch in Buenos Aires, Phoenix, New York gezeigt. Er lebte und arbeitete in Hinsbeck, Nettetal in der Nähe von Essen. Johannes Beeck starb am 9. August 2010 in Krefeld.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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