Olaf Nicolai:
Hinter der Wohnzimmergardine

Olaf Nicolai: Hinter der Wohnzimmergardine (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2020)

Daten zum Werk

Olaf Nicolai: Hinter der Wohnzimmergardine / Annie
(2007, 48 Zaunelemente, 3 verschiedene Muster, jede Glasscheibe 180 x 270 cm, Gesamtlänge ca. 150 m)
Herbert Gerisch-Stiftung, Brachenfelder Straße 69, 24536 Neumünster

Beschreibung

Ein lang gestreckter Zaun grenzt die Straße vom Parkgelände der Herbert-Gerisch-Stiftung ab. Doch dieser Zaun ist anders als die gewohnten Grenzen. Denn statt die Blicke abzuschirmen, zieht er sie an. Auf einer Länge von 150 Metern zeigt Olaf Nicolai 48 Elemente, die wie eine Wohnzimmergardine gestaltet sind. Große ornamentale Muster sind per Siebdruck auf Glasscheiben aufgebracht. Sie filtern den Blick in den Park, ohne ihn vollständig zu verwehren. Zugleich sind die Muster selbst eine ästhetische Inszenierung entlang des Straßenraums und verbinden den Außen- und den Innenraum.

Der Künstler nennt sein Werk Annie und spielt damit auf einen Roman von Stephen King an – Misery. Die Krankenschwester Annie Wilkens hält nach einem Unfall den Schriftsteller Paul Sheldon gefangen und will ihn so zwingen, seinen Roman umzuschreiben. Die Ornamente von Gardinen, Häkeldecken und Tapeten spielten im Psychothriller eine wichtige Rolle.

Der Skulpturengarten der Herbert-Gerisch-Stiftung ist nur gegen Eintritt und nur zu den Öffnungszeiten zugänglich. Einige Werke sind von der Straße aus sichtbar.

Künstler:in

Olaf Nicolai wurde 1962 in Halle an der Saale geboren. 1983–1988 studierte er Germanistik an der Universität Leipzig und machte dort anschließend auch seinen Doktor. Seit den 1990er Jahren präsentierte er in Einzel- und Gruppenausstellungen seine Arbeiten in vielen deutschen Großstädten in Galerien und bedeutenden Museen so u.a. der Kestnergesellschaft, Hannover (2010), der Pinakothek der Moderne in München (2011), der Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig (2012), dem Städel Museum in Frankfurt am Main (2012) und dem Museum Künstlerkolonie Darmstadt (2018). Er war sowohl Teilnehmer der Dokumenta X (1997) als auch der Biennale 49 und 51 von Venedig (2001 und 2005), erhielt verschiedene Stipendien wie das der Villa Massimo in Rom (1998) und war Träger der renommierten Kunstpreise der Städte Bremen (1999) Wolfsburg (2012) und Darmstadt (2018). Seit 2011 ist er Professor für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München und ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund. Olaf Nicolai lebt und arbeitet in Berlin.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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