Otto Flath:
Altartisch

Otto Flath: Altartisch (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Otto Flath: Altartisch (1953, Eichenholz)
Gedächtniskapelle, Glückstädter Straße 20, 24576 Bad Bramstedt

Beschreibung

Im Innenraum der Gedächtsniskapelle wird das szenische Motiv des Eingangsportals aufgegriffen und fortgeführt. Die Front des Altartisches ist dreigeteilt und trägt in der Mitte das Christusmonogramm. Links und rechts davon hat Otto Flath zwei Figurengruppen als Reliefs gestaltet. Beim genauen Hinsehen zeigt sich, dass es dieselben Personen sind, die auch das Portal schmücken. Links sind die beiden weiblichen Figuren zu sehen, rechts die männlichen. Doch dieses Mal werden beide Gruppen von einem Engel begleitet, dessen mächtige Schwingen die Personen umschließen. Die Hände des Engels sind segnend und fürsorglich nach oben gehalten. Die Personen, die vor der Kapelle noch in ihrer Trauer gefangen sind, erscheinen hier zuversichtlich und gefestigt. 

Künstler/in

Otto Flath wurde am 9. Mai 1906 in Staritzke bei Kiew geboren. Nachdem er aufgrund der Kriegswirren und Flucht aus Riga in Kiel seine Schule absolvierte, ging er 1922–1924 in eine Lehre als Elfenbeinschnitzer bei Karl Schneider in Kiel und besuchte parallel die Berufsschule der Tischlereiklasse. Nach der Beschäftigung als Geselle bei Karl Schneider arbeitete er 1927–1928 in einer Möbelfabrik. 1928 erhielt er ein Stipendium an der Kunst- und Gewerbeschule Kiel (heute Muthesius-Kunsthochschule). 1932 lernte er das Künstler-Ehepaar Burmester kennen, die mit ihm zusammen den Kieler Künstlerverein gründeten und mit ihm Zeit seines Lebens freundschaftlich und fördernd verbunden waren. Ab 1936 wirkte er als freischaffender Künstler, Holzbildhauer und Maler in Bad Segeberg. Unterbrochen durch den 2. Weltkrieg, als er nur kleinformatige Arbeiten schaffen konnte, schuf er überdimensionale große Holzskulpturen und die Mehrzahl seiner später auch im Ausland bekannt gewordenen Gemälde, Zeichnungen und Schnitzereien. So schuf er u.a. mehr als 3.000 Holzarbeiten, 40 Altäre und weit mehr als 10.000 Aquarelle und Zeichnungen. Anfangs motivisch durch die Not der Kriegsjahre thematisch bestimmt, entwickelte er zunehmend seinen eigenen Stil mit freien und teils abstrahierten Werken. 1971 wurde er Ehrenbürger der Stadt Bad Segeberg und erhielt 1981 das Bundesverdienstkreuz. Als bedeutsamer norddeutscher Holzbildhauer gehört er zu den wichtigen Vertretern figürlicher Arbeiten mit christlichen Motiven. Otto Flath starb am 10. Mai 1987 in Bad Segeberg.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

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