Otto Flath:
St. Michael

Otto Flath: St. Michael (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Otto Flath: St. Michael (Ulmenholz, 1957)
Jürgen Fuhlendorf Schule, Düsternhoop 48, 24576 Bad Bramstedt

Beschreibung

Der heilige Erzengel Michael bezwingt nach den Überlieferungen des Christentums den Teufel in Gestalt eines Drachen und führt die himmlischen Heerscharen an, die im Osten vor Gottes Thron stehen. In der Jürgen-Fuhlendorf-Schule steht lebensgroße Holzskulptur, die Otto Flath 1957 aus dem Stamm einer Ulme fertigte. Eine männliche Figur mit langem Gewand und mächtigen Flügeln trägt in der rechten Hand einen langen Speer, der ebenso nach unten gerichtet ist wie der Blick des Engels. Zu seinen Füßen ist ein Drache zu sehen, der vom Engel nicht getötet sondern dominiert wird. Die nach vorn gestreckte linke Hand mit der nach unten weisenden Handfläche unterstreicht den Sieg des Engels. Die Darstellung zeigt nicht den Kampf, sondern den ruhigen Moment nach der Entscheidung. 

Künstler/in

Otto Flath wurde am 9. Mai 1906 in Staritzke bei Kiew geboren. Nachdem er aufgrund der Kriegswirren und Flucht aus Riga in Kiel seine Schule absolvierte, ging er 1922–1924 in eine Lehre als Elfenbeinschnitzer bei Karl Schneider in Kiel und besuchte parallel die Berufsschule der Tischlereiklasse. Nach der Beschäftigung als Geselle bei Karl Schneider arbeitete er 1927–1928 in einer Möbelfabrik. 1928 erhielt er ein Stipendium an der Kunst- und Gewerbeschule Kiel (heute Muthesius-Kunsthochschule). 1932 lernte er das Künstler-Ehepaar Burmester kennen, die mit ihm zusammen den Kieler Künstlerverein gründeten und mit ihm Zeit seines Lebens freundschaftlich und fördernd verbunden waren. Ab 1936 wirkte er als freischaffender Künstler, Holzbildhauer und Maler in Bad Segeberg. Unterbrochen durch den 2. Weltkrieg, als er nur kleinformatige Arbeiten schaffen konnte, schuf er überdimensionale große Holzskulpturen und die Mehrzahl seiner später auch im Ausland bekannt gewordenen Gemälde, Zeichnungen und Schnitzereien. So schuf er u.a. mehr als 3.000 Holzarbeiten, 40 Altäre und weit mehr als 10.000 Aquarelle und Zeichnungen. Anfangs motivisch durch die Not der Kriegsjahre thematisch bestimmt, entwickelte er zunehmend seinen eigenen Stil mit freien und teils abstrahierten Werken. 1971 wurde er Ehrenbürger der Stadt Bad Segeberg und erhielt 1981 das Bundesverdienstkreuz. Als bedeutsamer norddeutscher Holzbildhauer gehört er zu den wichtigen Vertretern figürlicher Arbeiten mit christlichen Motiven. Otto Flath starb am 10. Mai 1987 in Bad Segeberg.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

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