Richard Emil Kuöhl:
Hummeldenkmal

Richard Emil Kuöhl: Hummeldenkmal (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2020)

Daten zum Werk

Richard Emil Kuöhl: Hummeldenkmal (1938, Stein)
Rademachergang, 20355 Hamburg (Neustadt)

Beschreibung

Das Hummeldenkmal im Rademachergang erinnert an den Wasserträger Hans Hummel (* 1787, † 1854), der mit bürgerlichem Namen Johann Wilhelm Bentz hieß. Bevor ab 1848 die zentrale Wasserversorgung aufgebaut wurde, verdienten viele Männer ihr Geld damit, das Wasser in Eimern von den Brunnen zu den Bewohnern zu tragen. Die Träger waren fester Bestandteil des Stadtbildes und wurden oft von den Straßenkindern umringt. Johann Bentz wurde oft von den Kindern mit einem spöttischen „Hummel, Hummel“ begrüßt. Dieser schimpfte ihnen ein „Mors, Mors“ entgegen, was manche Kinder dazu veranlasste, ihr blankes Hinterteil zu zeigen. Eine solche Figur findet sich auch an der gegenüberliegenden Häuserecke.

Text: jp

Künstler:in

Richard Emil Kuöhl
Richard Emil Kuöhl wurde am 31. Mai 1880 in Meißen geboren. Nach einer Ausbildung als Kunsttöpfer studierte er ab 1902 an der Dresdner Kunstgewerbeschule beim Bildhauer Karl Groß. Später folgte er seinem Lehrer aus Dresden Fritz Schumacher nach Hamburg, der u.a. für seine Backsteinbauten bekannt geworden ist, die Kuöhl dann in den folgenden Jahren mit Skulpturen ergänzend bestückte. Diese setzte er in Stein, Keramik und Terrakotta für Gebäude u.a. in Bad Oldesloe, Flensburg, Lübeck oder Hamburg sowie in Kunstobjekten auf Grabanlagen des Ohlsdorfer Friedhofs um. Er war Mitglied im Hamburger Kunstverein und 1919–1932 Mitglied der Hamburger Sezession, deren Jahresausstellung 1933 von den Nationalsozialisten zwangsgeschlossen wurde. Auch nach der Machtübernahme der NSDAP diente er den staatlichen Institutionen als Auftragnehmer wie beispielsweise mit dem Kriegerdenkmal in Hamburg, dem dann in den 1980er Jahren das Gegendenkmal des österreichischen Bildhauers Alfred Hrdlicka gegenübergestellt wurde. Er starb am 19. Mai 1961 in Rohlfshagen bei Bad Oldesloe.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Text: hws

Galerie

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