Siegfried Assmann:
Ausrufer

Siegfried Assmann: Ausrufer (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2021)

Daten zum Werk

Siegfried Assmann: Ausrufer (1991, Bronze)
Rathausplatz, 24594 Hohenwestedt

Beschreibung

Ausrufer, die mit lauter Stimme auf der Straße amtliche Nachrichten und andere Neuigkeiten verkündeten, waren einst ein gewohntes Bild in vielen Orten. In Hohenwestedt führte Johannes Kruse dieses Amt als letzter Ausrufer bis Ende der 1920er Jahre aus. Nach einem Foto des Heimatmuseums gestaltete Siegfried Assmann die Bronzeplastik auf dem Rathausplatz, die ihn lebensnah porträtiert. MIt erhobener Glocke steht er auf dem Platz, bekleidet mit Uniformjacke und Mütze, während er vom Blatt die Meldungen abliest. Als kleines Detail ist in der Jackentasche die Schnapsflasche zu erkennen, die ihn im Dienst begleitete.

Text: jp

Person

Siegfried Assmann
Siegfried Johann Assmann wurde am 1. Februar 1925 in Kirchplatz, Provinz Posen geboren. Er studierte ab 1947 an der Landeskunstschule in Hamburg bei Theo Ortner (dessen Meisterklasse er später absolvierte), Willi Breest und Alfred Mahlau und begann seine künstlerische Karriere 1951. Schnell machte er sich einen Namen als Glasmaler für Kirchenfenster. Zusätzliche Aufträge zu kirchlichen Ausbauten u.a. auch mit Mahnmalen, Reliefs und Interieur ab den 1960er Jahren brachten ihn zur Bildhauerei. Dem Ehrenmal in Gudendorf/Ditmarschen folgten Mahnmale in Husum, Heide und Geesthacht sowie zahlreiche Bronzen für öffentliche und privat Bauten. Bei dem Bau seiner Segelyacht in GFK (glasfaser-verstärkter Kunststoff) kam ihm die Idee der Synthese aus Malerei und Bildhauerei. Ungewöhnliche, farbige Skulpturen entstanden in dem damals bewunderten neuen Material. In seiner Tätigkeit im Bereich der Plastik schuf er mehr als 1.000 Arbeiten mit figürlichen Mensch- oder Tier-Motiven sowie Arrangements von farbigen Kirchenfenstern in Schleswig-Holstein und Hamburg. Als ein Höhepunkt in seinem Werk gilt die umfangreiche Raumgestaltung im Kloster Nütschau. Siegfried Assmann lebte und arbeitete viele Jahre in Großhansdorf, wo er am 7. Juni 2021 verstarb.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Literatur: Siegfried Assmann 1951–1981, Verlag Daimler Benz AG Stuttgart, um 1988

Text: hws

Galerie

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