Arthur Bock:
Denkmal der Schiffsoffiziere

Arthur Bock: Denkmal der Schiffsoffiziere (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Arthur Bock: Denkmal für die 1914–1918 in amerikanischer Gefangenschaft verstorbenen Schiffsoffiziere der deutschen Handelsmarine (1920, Muschelkalk, Bronze)
Friedhof Ohlsdorf, Fuhlsbüttler Straße 756, 22337 Hamburg (Ohlsdorf)

Beschreibung

Das Denkmal für die 1914–1918 in amerikanischer Gefangenschaft verstorbenen Schiffsoffiziere der deutschen Handelsmarine auf dem Friedhof Ohlsdorf zeigt eine trauernde Frau, die sich über den in ihrem Schoß ausgestreckten toten Sohn beugt. Ein weiter Umhang ist darüber gehüllt. Im Fort Orglethorp in amerikanischen Georgia starben während des Ersten Weltkriegs 53 Offiziere. Nach dem Krieg bildete sich dort ein Komitee, das Geld für ein Ehrenmal sammelte. Im Oktober 1920 wurde auf dem Ohlsdorfer Friedhof das von Arthur Bock geschaffene Denkmal enthüllt. Die Inschrift „Glücklicher, der du die Sonne noch siehst, o grüß uns die Heimat, die wir, getreu bis zum Tod, mehr als das Leben geliebt“ wurde der Grabsäule für König Leonidas und seine 300 Männer (480 v. Chr.) entlehnt. Gewidmet ist das Denkmal den während des Krieges von Hamburger Schiffen verstorbenen Seeleuten in Russland, Japan, England und Kolonien. (Vgl. Leisner, 1990, Kat. 10)

Künstler/in

Arthur Bock wurde am 12. Mai 1875 in Leipzig geboren. 1894–1897 war er an der Kunstgewerbeschule in Dresden sowie 1897–1900 an der Königlichen Akademie in Berlin. Ab 1903 wirkte er für 40 Jahre als Kunstprofessor in Hamburg und lehrte an der privaten Malschule von Gerda Koppel. Er war Mitglied im Hamburger Künstlerverein von 1832. Ab 1905 beteiligte er sich an Gemeinschaftsausstellungen u. a. in Hamburg, Berlin, München und Leipzig. Sein künstlerisches Werk (Plastiken, Grab- und Denkmale) ist u. a. in Lausanne (Schweiz) sowie vielen deutschen Städten wie Köln, Marburg, Kassel und Kiel zu finden. Der Schwerpunkt seiner Arbeiten aber liegt in der Innenstadt von Hamburg bzw. auf dem Friedhof Ohlsdorf, wo man heute mehr als 50 Arbeiten sehen kann. Seine künstlerische Entwicklung vom Jugendstil hin zu verherrlichenden Darstellungen nahmen dabei die Vorbilder der späteren NS-Kunst bereits vorweg. Arthur Bock starb am 26. Oktober 1957 in Ettlingen.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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