Dagmar Schulze-Roß & Alfred Roß:
Bleiverglasung

Dagmar Schulze-Roß & Alfred Roß: Bleiverglasung (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Dagmar Schulze-Roß & Alfred Roß: Bleiverglasung (1967/68)
Heilandskirche der Ev.-Luth. Friedensgemeinde, Saarbrückenstraße 46, 24114 Kiel

Beschreibung

Im September 1968 wird am Südfriedhof in Kiel die Heilandskirche eingeweiht. Der Architekt Wolfgang Vogt arbeitet für die Gestaltung der Buntglasfenster zum wiederholten Male mit dem Künstlerehepaar Dagmar Schulze-Roß und Alfred Roß zusammen. Beide gestalten große Bleiverglasungen für die seitlichen Wände, die jeweils vom Altar zum Eingang hin ansteigend die gesamte Raumhöhe einnehmen. Die linke Wand nach dem Entwurf von Alfred Roß erstreckt sich über sieben vertikale Felder, während Dagmar Schulze-Roß fünf Felder an der rechten Wand gestaltet. Beide verwenden abstrakte Motive, die eine Vielzahl unregelmäßig geformter Farbflächen harmonisch ausbalancieren. Im Fenster von Alfred Roß lassen sich an mehreren Stellen die Elemente Kreuz und Labyrinth erkennen.

Künstler/in

Alfred Roß wurde am 18. Juni 1927 in Essen geboren. 1942 begann er dort ein Volontariat im Bühnenbild des Theaters und ein Studium an der Folkwangschule. Ab 1950 studierte er bei Willi Baumeister an der Kunstakademie Stuttgart. Ab 1957 hatte er zahlreiche Aufträge im Bereich der „Kunst am Bau“, z.T. zusammen mit seiner Frau Dagmar Schulze-Roß: Blei- und Dallglasfenster in Kirchen, Schlifffenster und Mosaike im Profanbau. Er lebte und arbeitete ab 1960 in Kiel, dann 1989–2000 in Essen, wo er seine intensivste malerische Schaffenszeit hatte („Labyrinthe“). Am 8. Februar 2007 starb er in Kiel. Seine Arbeiten sind vertreten in den Sammlungen des Landesmuseums Schloss Gottorf, der Stadtgalerie Kiel und der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein.

Dagmar Schulze-Roß wurde 1926 in Eisenach geboren. Ab 1947 studierte sie Malerei, zunächst an der Muthesius-Werkkunstschule Kiel bei Werner Lange, danach bei Willi Baumeister an der Kunstakademie Stuttgart. Seit 1954 hatte sie über 40 Aufträge im Bereich der Kunst am Bau, insbesondere für die Gestaltung von Kirchenfenstern. 1976 erhielt sie den Hebbel-Preis. 1960 zog sie mit Alfred Roß nach Kiel, wo sie ihn drei Jahre später auch heiratete. Teilweise führten sie gemeinsame Aufträge aus. Dagmar Schulze-Roß blieb bis kurz vor ihrem Tod im Jahr 2012 in Kiel künstlerisch tätig. Den künstlerischen Nachlass verwaltet ihre Tochter Dr. Anja Ross.

Galerie

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