Gerhard Marcks:
Prophet und Genius

Gerhard Marcks: Prophet und Genius (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Gerhard Marcks: Prophet und Genius
(1961, Muschelkalk, Bronze, Figur 245 cm)
Friedhof Ohlsdorf, Am Haupteingang, Fuhlsbüttler Straße 756, 22337 Hamburg (Ohlsdorf)

Beschreibung

Die Plastik Prophet und Genius nahe des Haupteingangs vom Friedhof Ohlsdorf besteht aus einer Figurengruppe auf einem niedrigen Sockel. Bei den beiden Figuren handelt es sich um einen jungen, männlichen Engel – einen Genius – und einen greisen und blinden, gebeugten Mann. Der alte Mann hat die Hände vor der Brust gefaltet und ist sich offenbar bewusst, dass seine Lebenszeit zu Ende geht. Auf dem Weg ins Jenseits behütet und begleitet ihn der liebevolle Engel, dessen Arme und Flügel den Mann umgeben. Gerhard Marcks schuf diese Plastik 1961 und schenke sie rund zehn Jahre später der Hansestadt Hamburg. (Vgl. Leisner, 1990, Kat. 1030)

Künstler/in

Gerhard Marcks wurde am 18. November 1889 in Berlin geboren. Seine frühen autodidaktischen Fähigkeiten durch Studien im Zoologischen Garten von Berlin, die ihn u.a. auch zu Tierplastiken aus Porzellan brachten, mündeten später in eine Ateliergemeinschaft mit den Bildhauern Richard Scheibe, Georg Kolbe sowie Max Adolf Pfeiffer. 1914 war er an Ausstellungen der Berliner Secession und des Deutschen Werkbundes beteiligt. 1919 wurde er an das staatliche Bauhaus in Weimar berufen, um dann ab 1920 Leiter der Töpferei in Dornburg (Saale) zu werden. In dieser Zeit begann, durch die Freundschaft zu Lyonel Feininger, auch seine Beschäftigung mit der Lithografie. Ab 1925 wurde er Lehrer der Bildhauerklasse der Kunstgewerbeschule Giebichstein (bei Halle) und später ihr Direktor. 1928 erhielt er den Villa Romana Preis. 1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten seine Werke, worauf er nach der Ausstellung „Entartete Kunst“ Ausstellungsverbot erhielt. Er zog nach Ahrenshoop in Mecklenburg. 1935 war er als Studiengast fünf Monate in der Villa Massimo in Rom. 1951 wurde er in den ersten Vorstand des wiedergegründeten Deutschen Künstlerbundes gewählt. Mit seinem Umzug nach Köln-Müngersdorf 1950 arbeitete als freier Bildhauer, stellte im In- und Ausland aus und war aktiv mit seinen Kunstwerken im öffentlichen Raum vertreten. Er war Teilnehmer der Biennale in Venedig sowie an der documenta I bis III (1955–1964) in Kassel. 1969 wurde die Gerhard-Marcks-Stiftung in Bremen eingerichtet. Er starb am 13. November 1981 in Burgbrohl, Eifel. Sein künstlerischer Nachlass wird von der Gerhard-Marcks-Stiftung in Bremen verwaltet.

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Galerie

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