Gustav Seitz:
Weibliche Form

Gustav Seitz: Weibliche Form, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2018)

Daten zum Werk

Gustav Seitz: Weibliche Form (Bronze, 1968, 60 x 50 cm)
Skulpturenhof Mümmelmannsberg, Kandinskyallee, 22115 Hamburg (Billstedt)

Beschreibung

Aus der Entfernung lässt sich die reduzierte und rundliche Form auf dem Granitsockel im Skulpturenhof Mümmelmannsberg schwer entschlüsseln. Doch beim Näherkommen wird schnell klar, dass es sich hier um die abstrahierte Darstellung einer weiblichen Brust handelt, stark vergrößert und dabei losgelöst vom übrigen Körper. Auf diese Weise bekommt die Form eine starke und symbolisch überhöhte Kraft.

Indem der Bildhauer Gustav Seitz die Brust auf diese Weise aus ihrem körperlichen Kontext löste, verlieh er ihr eine eigene Bedeutung jenseits aller sexuellen Klischees als Zeichen für den Ursprung des Lebens.

Künstler/in

Gustav Seitz wurde am 11. September 1906 in Neckerau bei Mannheim geboren. Bis 1924 machte er eine Ausbildung beim Bildhauer August Dursy in Ludwigshafen. Gleichzeitig nahm er Unterricht im figürlichen Zeichnen und kunstgewerblichen Entwerfen beim Maler und Graphiker W. Murano an der Gewerbeschule Mannheim. Anschließend studierte er an der Landeskunstschule Karlsruhe, an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst Berlin bei Ludwig Gies und war ab 1928 Meisterschüler von Wilhelm Gerstel bzw. 1933–1938 bei Hugo Lederer. 1943 wurden Atelier und Wohnung in Berlin samt, seiner gesammelten Arbeiten zerstört. 1950–1958 lebte er in der DDR, zog dann 1958 nach Hamburg um und lehrte bis 1969 Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste. Seit 1955 stellte er Plastiken und Zeichnungen im In- und Ausland aus und seine Werke sind in vielen deutschen Sammlungen vertreten. Er reiste viel ins europäische Ausland und suchte dort Anregungen für seine Arbeiten. Er stellte auf der documenta II (1959) und III (1964) in Kassel und der Biennale in Venedig (1968) aus und war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes. Gustav Seitz starb am 26. Oktober 1969 in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

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