Hans Martin Ruwoldt:
Schreitende

Hans Martin Ruwoldt: Schreitende (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Hans Martin Ruwoldt: Schreitende (1956, Bronze)
Grindel-Hochhäuser, Grindelberg, 20144 Hamburg (Harvestehude)

Beschreibung

Das Werk von Hans Martin Ruwoldt ist vielfältig: Neben Menschen- und Tierdarstellungen, die auf präzisen Beobachtungen der Vorbilder beruhen und von großer Klarheit geprägt sind, finden sich auch Arbeiten, die deutlich freier und experimenteller gestaltet sind. Zu letzteren gehört auch die Schreitende in den Grünanlagen am Grindelberg. Es handelt sich um eine elegante junge Frau im langen Kleid, die zwischen den Häusern wandelt. Die Darstellung entfernt sich deutlich vom unmittelbaren Abbild – vor allem in den Proportionen des Körpers. Der kleine Kopf und der ungewöhnlich lange Hals stehen im deutlichen Kontrast zu den langen und weit ausschreitenden Beinen. Die Silhouette der Frau verjüngt sich extrem nach oben hin, sodass die überzeichnete Form eines Dreiecks sichtbar wird. Die ausgeprägten Diagonalen illustrieren die Idee der schreitenden Bewegung.

Künstler/in

Hans Martin Ruwoldt wurde am 15. Februar 1891 in Hamburg geboren. 1906–1909 machte er eine Bildhauerlehre in Rostock. 1911–1914 studierte er an der Kunstgewerbeschule Hamburg in der Bildhauerklasse von Martin Luksch. Ab 1922 arbeitete er im eigenen Atelier in Hamburg und führte zahlreiche Aufträge für Hamburger Bauten und Anlagen aus. 1928 trat er in die Hamburger Secession ein. Während der Zeit des Dritten Reiches wurden seine abstrakten Werke nicht mehr geduldet, so dass er in dieser Zeit seine Auftragsskulpturen vorwiegend gegenständlich gestaltete. Raubtiere wie Panther, Tiger und Adler waren häufige Motive. In der Nachkriegszeit war er 1955–1959 Leiter der Bildhauerklasse an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Hans Martin Ruwoldt starb am 18. Oktober 1969 in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

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