Henry Moore:
Reclining Figure – Hand

Henry Moore: Reclining Figure – Hand, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2018)

Daten zum Werk

Henry Moore: Reclining Figure - Hand (Bronze, 1979, ca. 2,0 x 2,2 x 1,5 m)
Moorweide, Rothenbaumchaussee, 20148 Hamburg (Rotherbaum)

Beschreibung

Viele Menschen nutzen die Parklandschaft der Hamburger Moorweide, gelegen zwischen Binnenalster und Universität, um dort entspannt in der Sonne zu sitzen oder zu liegen. An eine liegende Frau, die mit einem Arm ihren Oberkörper aufstützt, erinnert auch die Bronzeplastik des Bildhauers Henry Moore. Mit diesem Motiv einer aufgestützt liegenden Frau setzt sich der Künstler in vielen verschiedenen Varianten auseinander, manchmal klar erkennbar am menschlichen Vorbild, meist in mehr oder weniger stark ausgeprägter Verfremdung.

Den Künstler interessiert weniger die erkennbare Darstellung des menschlichen Körpers, sondern viel stärker das freie und fantasievolle Spiel mit den Formen, Linien und Flächen, das zwar vom Menschen inspiriert ist, aber zugleich die Formenvielfalt der Natur mit einbezieht. Fließende und sanft anschwellende Formen mit weichen Übergängen kennzeichnen die Plastik. Die beiden Durchbrüche und mehrere diagonale Linienverläufe unterstreichen – auch im Wortsinn – die Unbeschwertheit, denn sie lösen die optische Schwere der Form auf. Die braun patinierte Oberfläche ist geglättet und lädt dazu ein, mit den Augen und Händen die Form zu erkunden. Der Wechsel des Standortes beim Herumgehen bringt die Form in Bewegung, denn anders als bei figürlichen Abbildern hat der menschliche Geist hier kein fertiges Bild im Kopf, mit dem er seine Eindrücke abgleichen kann.

Künstler/in

Henry Moore wurde am 30. Juli 1898 in Castleford, Yorkshire geboren. Schon als 11jähriger wollte er Bildhauer werden und begann 1919–1921 seinen künstlerischen Weg mit dem Besuch von Kursen an der Leeds School of Art und 1921–1925 am Royal College in London, an dem er später auch unterrichtete, was er 1932–1939 dann an der Chelsea School of Art fortsetzte. Sowohl eine Stipendiatsreise 1924 nach Italien oder auch später u.a. auch nach Griechenland, Spanien als auch seine Beschäftigung mit Menschen und der archaischen Kunst Afrikas, der Südsee oder Mexiko prägte seine eigene künstlerische Ausrichtung. 1928 fand in der Warren Gallery seine erste Einzelausstellung statt und erhielt im selben Jahr mit dem Steinrelief „Nordwind“ auch seine erste Auftragsarbeit. Als Official War Artist schuf er 1940–1942 seine „shelter drawings“, farbige Zeichnungen und Gouachen, die Menschen zeigten, die schutzsuchend vor den Bombenangriffen in den Luftschutzkellern der Londoner U-Bahnschächten ausharren mussten. Gegen Ende der 1970er Jahre wurden seine Arbeiten in durchschnittlich vierzig Ausstellungen pro Jahr weltweit gezeigt. Er war Teilnehmer der documenta 1 (1955), documenta II (1959), documenta III (1964) und auch der documenta VI (1977) in Kassel und erhielt 1948 den großen Preis für Plastik auf der Biennale in Venedig. 1978 wurde das Henry Moore-Skulpturzentrum in Toronto mit mehr als 500 Arbeiten eröffnet. Er war Mitglied der „London Group“ und wurde weltweit vielfach mit Ehrungen, Preisen und Ehrendoktortiteln ausgezeichnet. Seine Skulpturen und Zeichnungen findet man in internationalen Sammlungen und Museen. Zu den weltbekannten Arbeiten des Künstlers zählen u.a. die „großen liegenden Figuren“ für das UNESCO Gebäude in Paris und das Lincoln Art Center in New York oder auch „Large two Forms“ im Garten des ehemaligen Bundeskanzleramtes in Bonn. Henry Moore starb am 31. August 1986 in Much Hadham, Hertfordshire. Dort befindet sich auch noch heute der Skulpturenpark Perry Green.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

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