Karl Peter Röhl:
Orpheus und Eurydike

Karl Peter Röhl: Orpheus und Eurydike (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Karl Peter Röhl: Orpheus und Eurydike
(1950, Bleiverglasung, Ausführung: August Wagner)
Krematorium Eichhof, Andachtshalle, Eichhofstraße 52, 24116 Kiel

Beschreibung

Die große Andachtshalle im Krematorium am Kieler Eichhof ist geprägt durch zwölf seitliche Buntglasfenster in kräftig-satten Farben aus der Werkstatt von August Wagner nach dem Entwurf durch den Konstruktivisten Karl Peter Röhl. Die jeweils äußeren acht Fenster zeigen geometrisch-konstruktive Gestaltungen, die vier mittleren Fenster sind figürlich-abstrakt mit Motiven aus der Sage von Orpheus und Eurydike gestaltet. Das Motiv des liebenden Orpheus, der seine Frau Eurydike mit der Kraft der Musik aus der Unterwelt zurückholen will und am Ende scheitert, spiegelt die Situation der Trauernden in der Andachtshalle.

Text: jp

Person

August Wagner
August Wagner war der Gründer der Deutschen Glasmosaikanstalt Puhl & Wagner 1889 in Berlin-Rixdorf (heute Neukölln). Die bereits seit Beginn bestehenden Kontakte zu Kaiser Wilhelm II. verschafften ihm lukrative Aufträge für den Staat als auch weit darüber hinaus ins Ausland. Die 1914 zustande gekommene Fusion mit Gottfried Heinersdorff (1883–1941) war hauptsächlich darin begründet, dass sich durch die 1905 erfundene und patentierte Gold- und Silbermalten zusätzliche geschäftliche Optionen in der Kreation von Glasmalereiarbeiten ergaben. Der sich verschlechternden Geschäftslage nach dem 2. Weltkrieg setze die bis dahin florierende Gesellschaft die Gründung von Dependancen im USA sowie vermehrte Auftragsabschlüsse im Ausland entgegen. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung musste Gottfried Heinersdorff trotz großer Aufträge aus dem Umfeld der Nationalsozialisten aus der Firma ausscheiden und die Firma wurde nach dem Weltkrieg 1969 geschlossen.

Text: hws

Karl Peter Röhl
Karl Peter Röhl wurde am 12. September 1890 in Kiel geboren. 1906-09 absolvierte er eine Malerlehre in Kiel. 1908-10 lernte er an der Städtischen Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Kiel, setzte die Ausbildung 1910-11 an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin fort. 1912-14 studierte er an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule Weimar bei W. Klemm und F. Mackensen. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte er zunächst nach Kiel zurück, danach nach Weimar, wo er 1919 Meisterschüler und Jungmeister am Bauhaus wurde. 1921-26 arbeitete er als Meisterschüler an der Kunsthochschule Weimar. 1926-42 arbeitete er als Dozent an der Städelschule in Frankfurt am Main. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Röhl 1946 nach Kiel zurück und arbeitete als freier Künstler. 1952-55 war er Kunstlehrer an der Goetheschule Kiel. Sein Stil war zunächst vom Expressionismus geprägt. In 1920er Jahren wandte er sich dem Konstruktivismus und De Stijl zu, um dann später im Stil der spätimpressionistischen Landschaftsmalerei und der Neuen Sachlichkeit zu arbeiten. 1968 erhielt er den Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein. Karl Peter Röhl starb am 25. November 1975 in Kiel. 1996 gründete seine Tochter die Karl-Peter-Röhl-Stiftung in Weimar.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Text: jp

Galerie

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