Otto Herbert Hajek:
Stadtzeichen

Otto Herbert Hajek: Stadtzeichen, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2018)

Daten zum Werk

Otto Herbert Hajek: Stadtzeichen (Stahl, 1972–78)
Messehallen, Jungiusstraße / St. Petersburger Straße, 20355 Hamburg (St. Pauli)

Beschreibung

Vor den Hamburger Messehallen steht in matt glänzendem Edelstahl ein Stadtzeichen des Grafikers und Bildhauers Otto Herbert Hajek. Die Stahlplastik ist eine Konstruktion, die nach ganz einfachen mathematischen Prinzipien aufgebaut ist, aber in der räumlichen Wirkung sehr komplex und dynamisch erscheint. Beim Herumgehen erschließt sich der klare Aufbau: Der gedankliche Ausgangspunkt sind fünf Geraden unterschiedlicher Länge, jede von ihnen zweifach abgewinkelt. Aus den Linien werden Stahlteile, mehrere Zentimeter dick, die in fünf Ebenen hintereinander stehen – so erobern die Linien sich den Raum. Das Kunstwerk überträgt die Gestaltungprinzipien einer Grafik in eine räumliche Situation, die auch die Wirkung des Materials mit seinen Lichtreflexionen mit einschließt. Der technische Charakter der Arbeit nimmt dabei klaren Bezug auf den Standort vor den Messehallen.

Künstler/in

Otto Herbert Hajek wurde am 27. Juni 1927 in Kaltenbach, Tschechoslowakei geboren. 1947–1954 studierte er Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. 1972–1979 war er Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes. Er war Teilnehmer der documenta II (1959) und III (1964) in Kassel. Dort zeigte er erstmals seine Arbeit aus der Werkgruppe „Farbwege“, die anschließend seinen künstlerischen Weg prägte, so u. a. 1965 und 1970 in einem Entwurf für die plastische Ausstattung zu Neubauten der Universität in Saarbrücken. Das umfangreichste städtebauliche Gesamtkonzept realisierte er 1973 bis 1977 im australischen Adelaide, wo er eine zwei Hektar große Fläche neu gestaltete. Ab 1975 unternahm er weltweite Vortragsreisen zum Thema Kunst im öffentlichen Raum. Während sich seine frühesten Arbeiten im figurativen und abstrahiert-gegenständlichen Bereich bewegten und sich mit der Tradition des Expressionismus auseinander setzen, fand er später zu eigenständigen Formen. Um 1960 löste er sich zunehmend von den Konzepten des Informel. Der den Menschen umgebene „unendliche“ Raum soll erlebbar und begreifbar sein. Für sein Engagement, auch um internationale kulturpolitische Projekte, erhielt er eine Vielzahl von Auszeichnungen. 1980 wurde er zum Leiter der Bildhauerklasse an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe berufen. 1972–1979 war er Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes. Er starb am 29. April 2005 in Stuttgart.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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