Ragna Sperschneider und Vera Marie von Claer:
Organe des Menschen

Ragna Sperschneider: Organe des Menschen, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2018)

Daten zum Werk

Ragna Sperschneider und Vera Marie von Claer: Organe des Menschen (Emaille, 7-teilig, 1963, Höhe ca. 2 Meter)
Planten und Blomen, Apothekergarten, Marseiller Straße, 20355 Hamburg (St. Pauli)

Beschreibung

Sieben große Wandbilder im Apothekergarten von Planten un Blomen erinnern an medizinische Schautafeln. Tatsächlich setzen sie sich mit dem menschlichen Körper und der Heilkunde auseinander und nehmen dabei auf schematisierte wissenschaftliche Darstellungen Bezug. Hier steht jedoch nicht die exakte Darstellung im Vordergrund, sondern die künstlerische Umsetzung in farbkräftiger Emaille. In den sieben Stationen ihrer gemeinsamen Arbeit greifen die beiden Künstlerinnen Ragna Sperschneider und Vera Marie von Claer die folgenden Themen auf: Haut / Lunge und Mundhöhle / Magen, Darm und Galle / Blase und Nieren / Herz und Kreislauf / Nerven / Gewürz- und Küchenkräuter.

Künstler/in

Ragna Sperschneider wurde am 9. Oktober 1928 in Halle geboren. Sie erhielt ihre künstlerische Ausbildung in verschiedenen Emailletechniken und den dazu erforderlichen Metallbearbeitungen ab 1945 an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein bei Lil Schultz und Karl Müller. 1948 und 1950 machte sie für beide Techniken ihre Gesellenprüfung. Nach einem einjährigen Aufenthalt an der Hochschule für Bildende und Angewandte Künste Berlin und dortiger Ausbildung bei Hans Uhlmann wechselte sie 1951 als Schülerin von Wolfgang Tümpel, an die Hochschule für bildende Künste Hamburg. Seit 1953 beteiligte sie sich mit ihren Werken an internationalen Ausstellungen und wurde als freie Künstlerin mit einer Vielzahl von Exponaten zu renommierten Auszeichnungen, später auch großformatige Schmucktafeln an verschiedenen neuen Bauwerken, durch die öffentliche Hand beauftragt. Sie lebte und arbeitete in Hamburg zusammen mit ihrem Mann, dem Maler und Grafiker Hans Sperschneider. Ragna Sperschneider starb am 22. Juli 2003 auf Teneriffa.

Vera-Marie von Claer, Tochter des Künstlers Charles Crodel, wurde am 3. Juli 1922 in Jena geboren. 1939 trat sie in die von Lili Schulz geleitete Emaillewerkstatt der Burg Giebichenstein in Halle ein und machte 1944 ihre Gesellenprüfung als Emailleurin. Nach Gründung ihrer eigenen Werkstatt 1945, beteiligte sie sich 1946 an der Grassi-Messe in Leipzig und schloss 1950 ihre Meisterprüfung als Emailleurin vor der Handwerkskammer in Halle ab. Seit 1954 stellte sie in zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland aus und erhielt viele Ehrungen und Preise wie u.a. 1958 den Bayerischer Staatspreis für das Kunsthandwerk, Ehrenurkunde der Weltausstellung Brüssel und 1968 den Hessischer Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk. Heute lebt sie in Hamburg.

Galerie

(Bilder anklicken für Großansicht)