Richard Emil Kuöhl und Fritz Theilmann:
Keramikportale

Richard Emil Kuöhl und Fritz Theilmann: Keramikportale, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Richard Emil Kuöhl und Fritz Theilmann: Keramikportale (Keramik, 1925).
Gellertstraße/Paul-Fleming-Straße, 24116 Kiel. 

Beschreibung

Mehrere Wohnblocks aus den 1920er Jahren wurden mit kunstvollen Portalen geschmückt. Hauptmerkmal ist jeweils ein Kopf unterhalb eines runden oder dreieckigen Giebels. Umrahmt werden die Türen ferner von Ornamenten und kleinen Tiermotiven. Die Köpfe sollen von Richard Emil Kuöhl stammen, die übrigen Elemente von Fritz Theilmann.

Künstler/in

Friedrich (Fritz) Theilmann wurde am 28. Dezember 1902 in Karlsruhe geboren. Nach einer Architektenausbildung studierte er ab 1921 Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Künste Karlsruhe, war Meisterschüler von Georg Schreyögg. Währenddessen verdiente er seinen Lebensunterhalt an der Staatlichen Majolika-Manufaktur. Verschiedene Reisen in den Orient, nach Syrien und Palästina beeinflussten seine spätere künstlerische Entwicklung. 1925–29 war er Mitarbeiter der Kieler Kunst-Keramik AG, als Bildhauer, Techniker und Leiter der baukeramischen Abteilung, die von 1924 bis 1930 Fein- und Baukeramik in Kiel-Gaarden produzierte. Mehr als 50 größere Plastiken oder auch kleinere Keramiken schuf er in dieser Zeit. 1932 wurde er als Professor an die Staatliche Keramische Fachschule in Breslau berufen. 1936 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Breslau. 1937–42 übernahm er die Geschäftsführung des „Kunstvereins Schlesien“. Nach Kriegsteilnahme und Gefangenschaft zog er nach Kieselbronn und arbeitete als Schmuckdesigner in Pforzheim. Als freischaffender Künstler schuf er ab 1959 Skulpturen für Kriegsdenkmäler und schuf weit mehr als 500 Objekte in unterschiedlichen Materialien von der Elfenbeinschnitzerei, Gold- und Silberarbeiten bis hin zur Natursteinen, Sgrafitti, Keramiken und Mosaiken für Wandarbeiten sowie Freiplastiken. Fritz Theilmann starb am 7. August 1991 in Kieselbronn bei Pforzheim.

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Richard Emil Kuöhl wurde am 31. Mai 1880 in Meißen geboren. Nach einer Ausbildung als Kunsttöpfer studierte er ab 1902 an der Dresdner Kunstgewerbeschule beim Bildhauer Karl Groß. Später folgte er seinem Lehrer aus Dresden Fritz Schumacher nach Hamburg, der u.a. für seine Backsteinbauten bekannt geworden ist, die Kuöhl dann in den folgenden Jahren mit Skulpturen ergänzend bestückte. Diese setzte er in Stein, Keramik und Terrakotta für Gebäude u.a. in Bad Oldesloe, Flensburg, Lübeck oder Hamburg sowie in Kunstobjekten auf Grabanlagen des Ohlsdorfer Friedhofs um. Er war Mitglied im Hamburger Kunstverein und 1919–1932 Mitglied der Hamburger Sezession, deren Jahresausstellung 1933 von den Nationalsozialisten zwangsgeschlossen wurde. Auch nach der Machtübernahme der NSDAP diente er den staatlichen Institutionen als Auftragnehmer wie beispielsweise mit dem Kriegerdenkmal in Hamburg, dem dann in den 1980er Jahren das Gegendenkmal des österreichischen Bildhauers Alfred Hrdlicka gegenübergestellt wurde. Er starb am 19. Mai 1961 in Rohlfshagen bei Bad Oldesloe.

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Galerie

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