Waldemar Otto:
Adam plündert sein Paradies

Waldemar Otto: Adam plündert sein Paradies (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Waldemar Otto: Adam plündert sein Paradies (Bronze, 1982)
Loki Schmidt Garten Botanischer Garten der Universität Hamburg, 22609 Hamburg (Osdorf)

Beschreibung

Herzhaft beißt der nackte Adam in den verbotenen Apfel und besiegelt damit die Vertreibung aus dem Paradies. Im Baum der Erkenntnis neben ihm ist noch die Hand zu sehen, die trotz der Warnung den Apfel pflückt. Waldemar Ottos Bronzeplastik stellt den biblischen Sündenfall eindringlich dar und präsentiert seinen Adam als grobschlächtigen und übergewichtigen Mann, der sich einfach nimmt, was ihm seiner Ansicht nach zusteht. Haltung und Blick verraten, dass er keine Scham und keine Schuld verspürt. Der Biss in den Apfel ist kein zaghaftes Probieren und auch kein Akt der Versuchung, sondern ein bewusster Griff. Der Mensch, den der Künstler hier zeigt, macht sich die Erde Untertan, jedoch nicht als weiser und verantwortungsbewusster Herrscher, sondern eher als Unterdrücker und Ausbeuter. Damit ist die Bronzeplastik am Eingang zum Botanischen Garten Anklage und Mahnung zu mehr Achtung der Schöpfung gegenüber.

Künstler/in

Waldemar Otto wurde am 30. März 1929 in Petrikau/Polen geboren. 1948 begann er an der Berliner Hochschule für bildende Künste ein Studium der Bildhauerei. 1952–1954 war er Meisterschüler bei Alexander Gonda. Nach einem Studienjahr in Florenz, ermöglicht durch ein Stipendium des DAAD, begann er 1955 seine freischaffende Tätigkeit in Berlin. International wurde Waldemar Otto durch verschiedene Auszeichnungen, Arbeitsaufenthalte und Ausstellungen bekannt, darunter 1957 der Preis der Großen Berliner Kunstausstellung und 1960 der Berliner Kunstpreis Junge Generation. 1981 war er Ehrengast in der Villa Massimo in Rom. 2000 erhielt er den Prix Florence Gold in Monaco. Er lebt und arbeitet im Künstlerdorf Worpswede.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

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