Arthur Boltze:
Aufrechter Gang

Arthur Boltze: Aufrechter Gang (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2020)

Daten zum Werk

Arthur Boltze: Aufrechter Gang (1989-90, Stahl, Schiffbaulack)
Harburger Rathausplatz, 21073 Hamburg (Harburg)

Beschreibung

Abstrakte Kunstwerke haben es nicht leicht im öffentlichen Raum. Sie stoßen vielfach auf Unverständnis und werden regelmäßig auch Opfer von Vandalismus. Die Stahlskulptur Aufrechter Gang von Arthur Boltze ist da keine Ausnahme. Auf dem belebten und beliebten Harburger Rathausplatz steht sie zwar in der Gesellschaft weiterer Kunstwerke des Harburger Kunstpfades, doch ist sie nicht geschützt davor, ständig beschmiert und beklebt zu werden. Dabei hätte das klare und einprägsame Werk einen achtsamen Umgang verdient.

Drei mannshohe Stahlplatten stehen senkrecht hintereinander auf dem Boden. Jede Platte hat eine Tor-artige Öffnung, durch die man hindurchschreiten kann. Da die Neigungen der Öffnungen wie auch der Platten unterschiedlich sind, kommt es je nach Standort zu interessanten Überlagerungen und Durchblicken. In der Reihung mag man eine angedeutete Bewegung erkennen, etwa das Aufrichten einer Figur. Oder man probiert es aus, alle drei Tore zu durchwandern. Dann stellt man fest, dass mit dem aufrechten Gang nicht alle Tore gleichermaßen durchwandert werden können. So hat die Skulptur einen ästhetischen wie auch einen gedanklichen Reiz.

Die Plastik stand ursprünglich an der Hamburger Kunsthalle, wurde jedoch 1993 an ihren heutigen Standort umstellt. Im Rahmen einer Sanierung legte der Künstler die Farbigkeit der Elemente  neu fest. Ursprünglich waren alle drei Teile jeweils einfarbig dunkelblau, hellblau und rot. Im Jahr 2012 erstellte Arthur Boltze gemeinsam mit seinem Sohn Martin eine farbige Neuinterpretation mit konstraststarker Tagesleuchtfarbe.

Nun sind sie alle gleichmäßig in zwei kontrastierenden Farben lackiert und ziehen die Blicke auf diese Weise noch stärker an.

Text: jp

Person

Arthur Boltze
Arthur Boltze wurde am 19. Juni 1932 in Hamburg geboren. Der Metallbildhauer schuf etliche Skulpturen in geometrischen Formen für den öffentlichen Raum von Hamburg und Umgebung. Für das Congress-Zentrum erhielt er 1955 einen Auftrag für „Himmel und Erde / Wegweiser“. Im Jahr 1991 wurden im Amsinckpark acht seiner farbigen Metallskulpturen am Weg zur U-Bahn-Station aufgestellt. Seine farbige Stahl-Skulptur mit Schiffbaulack „Aufrechter Gang“ am Harburger Rathausplatz ist Teil des Harburger Kunstpfades. Sie war bis 1993 zwischen dem früheren Kunsthaus und der Hamburger Kunsthalle platziert, wo er Arthur Boltze 1989 Teilnehmer einer Gemeinschaftssausstellung war. Er war Mitglied im Berufsverband der Bildenden Künstler Hamburg. Seit 1995 assistierte ihm sein Sohn Martin Boltze im gemeinsamen Atelier, was sich ab 2000 zu einer Künstlergemeinschaft für gemeinsame Kunstwerke entwickelte. Arthur Boltze starb am 11. Dezember 2015 in Hamburg.

Text: hws

Martin Boltze
Martin Boltze wurde am 28. Oktober 1966 in Hamburg geboren. 1987-93 studierte er mit Schwerpunkt Fotografie und experimenteller Grafik Kunstpädagogik und Physik in Bremen bei Hans Walter Nutbohm. Seit 1989 nimmt er regelmäßig an Ausstellungen teil (so u.a. an der „Uniart“ im Forum Böttcherstraße, Bremen) und arbeitet seit 1995 erst in Assistenz seines Vaters u.a. an Projekten für Kunstwerke im öffentlichen Raum von Hamburg. Bis 2000 entwickelte sich daraus eine gleichberechtigte Partnerschaft zwischen ihm und seinem Vater. 2013 erhielt er den 3. Preis bei einer Ausschreibung für Kunst im öffentlichen Raum in Heidelberg-Emmertsgrund und startete im selben Jahr mit Konzeptionen für Skulpturen im Innenraum sowie interaktiven Objekten. Martin Boltze lebt und arbeitet in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Website

Text: hws

Galerie

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