Karl-August Ohrt:
Palmaille

Karl-August Ohrt: Palmaille (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Karl-August Ohrt: Entstehung des Straßennamens Palmaille (1950, Keramik)
Max-Brauer-Allee 2–4, 22765 Hamburg (Altona-Altstadt)

Beschreibung

Der Name Palmaille ist für norddeutsche Ohren und Zungen eher gewöhnungsbedürftig. Die Straße mit diesem Namen in Hamburg-Altona gehört zu den ältesten Straßen der Stadt und wurde 1638 angelegt, allerdings nicht als die spätere Prachtstraße, sondern ursprünglich als eine 647 Meter lange, ebene Spielbahn zwischen Altona und Ottensen für das italienische Ballspiel Palla a maglio. 1713 wurde Altona von schwedischen Truppen niedergebrannt, woraufhin die Palmaille durch den damaligen Oberpräsident der Stadt, Christian Detlef von Reventlow, als repräsentative Allee mit vier Lindenreihen und beidseitigen Fahrwegen wieder aufgebaut wurde. Beidseitig der Straße entstanden seit dem Ende des 18. Jahrhunderts viele prächtige Gebäude. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Palmaille zu zwei Dritteln zerstört, heute ist sie eine vierspurige Hauptstraße, die nur in Teilen an den einstigen Glanz erinnert.

An die Entstehung der Straße als Spielbahn erinnert seit 1950 ein großes Keramikrelief an einer Hauswand an der Kreuzung zur Max-Brauer-Allee, geschaffen von Karl-August Ohrt. Es zeigt vier Personen beim vergnügten Ballspiel.

Künstler/in

Karl August Ohrt wurde am 20. Februar 1902 in Schönwalde bei Eutin geboren. Zunächst wurde er Landwirt. Mit 21 Jahren besuchte er die Klasse des Malers Julius Wohlers an der Landeskunstschule am Lerchenfeld. 1931–1932 absolvierte er zwei Semester Bildhauerei bei Richard Luksch, blieb aber weitgehend Autodidakt. Seine erste größere Plastik Tanzende Mädchen wurde 1935 in Hamburg aufgestellt, aber später von den Nationalsozialisten als entartet eingestuft. Nach dem Krieg wurde sie wieder am alten Standort im Stadtpark aufgestellt. Er war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und Teilnehmer an mehreren DKB-Jahresausstellungen. Als Auszeichnungen erhielt er 1961 den Edwin-Scharff-Preis und 1985 die Biermann-Ratjen-Medaille. Mehrere Arbeiten von ihm stehen im Hamburger Raum. Am 5. Oktober 1993 starb Karl August Ohrt in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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