Karl-August Ohrt:
Pfeifender Junge

Karl-August Ohrt: Pfeifender Junge (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2020)

Daten zum Werk

Karl-August Ohrt: Pfeifender Junge (1956, Keramik an Hauswand)
Wilhelmstraße / Asbeckstraße, 21073 Hamburg (Harburg)

Beschreibung

An einer gerundeten Hauswand an der Asbeckstraße befindet sich in erhöhter Positition auf einem kleinen Vorsprung die Keramikplastik eines pfeifenden Jungen. Er hockt nackt auf einem kleinen Schemel und zieht mit der linken Hand den linken Fuß zum Schoß, während das rechte Bein locker herabhängt. Den Oberkörper hat er stark zur Seite geneigt und auch den Kopf seitlich gedreht. Die Finger der rechten Hand führt er zum Mund, um darauf zu pfeifen. Die von Karl-August Ohrt gezeigte Darstellung erinnert ein wenig an seinen Lauschenden Knaben im Skulpturengarten am Erika-Haus, doch ist hier die Figur noch stärker stilisiert und die verträumte Haltung noch stärker betont. Ähnlich wie bei der Darstellung des Blumenmädchens, sind auch hier bereits Andeutungen der Abstrahierung zu erkennen, die der Künstler später immer weiter fortführt.

Künstler:in

Karl August Ohrt wurde am 20. Februar 1902 in Schönwalde bei Eutin geboren. Zunächst wurde er Landwirt. Mit 21 Jahren besuchte er die Klasse des Malers Julius Wohlers an der Landeskunstschule am Lerchenfeld. 1931–1932 absolvierte er zwei Semester Bildhauerei bei Richard Luksch, blieb aber weitgehend Autodidakt. Seine erste größere Plastik Tanzende Mädchen wurde 1935 in Hamburg aufgestellt, aber später von den Nationalsozialisten als entartet eingestuft. Nach dem Krieg wurde sie wieder am alten Standort im Stadtpark aufgestellt. Er war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und Teilnehmer an mehreren DKB-Jahresausstellungen. Als Auszeichnungen erhielt er 1961 den Edwin-Scharff-Preis und 1985 die Biermann-Ratjen-Medaille. Mehrere Arbeiten von ihm stehen im Hamburger Raum. Am 5. Oktober 1993 starb Karl August Ohrt in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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